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Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert: Ursachen und Lösungen

Google hat die Seite gecrawlt, aber nicht indexiert. Was der Search-Console-Status bedeutet, die häufigsten Ursachen und was Seiten in den Index bringt.

Das IndexerPal-Team6 Min. Lesezeit
Reihen weißer Archivkartons in Holzregalen
Foto: Luke Caunt auf Unsplash

„Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ (Crawled - currently not indexed) bedeutet, dass Google die Seite besucht und entschieden hat, sie nicht in den Index aufzunehmen, zumindest vorerst. Das ist weder ein Fehler noch eine Abstrafung, sondern eine Abwägung. Meist hält Google die Seite für zu dünn, zu ähnlich zu einer anderen Seite oder innerhalb Ihrer Website für nicht wichtig genug. Die Lösung: die Seite klar indexierungswürdig machen, sie besser verlinken und sie dann erneut crawlen lassen.

Was der Status wirklich bedeutet

Im Bericht „Seitenindexierung“ (Page indexing) der Google Search Console sind ausgeschlossene URLs nach Grund gruppiert. Dieser Status sagt zwei Dinge:

  1. Google konnte die Seite erreichen. Sie war nicht per robots.txt gesperrt, brauchte keinen Login, und der Server hat geantwortet.
  2. Google hat sich gegen die Indexierung entschieden. Nach dem Crawlen und Bewerten der Seite hat Google beschlossen, sie draußen zu lassen.

Das Wort „zurzeit“ ist wichtig: Google bewertet neu. Manche dieser Seiten werden später von selbst indexiert, besonders auf neuen Websites. Steht eine Seite aber seit Wochen dort, ändert Abwarten selten etwas.

Vergleichen Sie den Status mit seinem Nachbarn, Gefunden – zurzeit nicht indexiert (Discovered - currently not indexed): Dort kennt Google die URL, hat sie aber noch gar nicht gecrawlt. Anderes Problem, andere Lösung.

Die häufigsten Ursachen

Dünner oder wenig wertvoller Inhalt

Die Seite bietet nicht viel: ein paar Sätze, eine Vorlage mit wenig eigenem Text, eine Tag-Seite mit drei Beiträgen, eine Produktseite nur mit der Herstellerbeschreibung. Ähnliche Seiten hat Google bereits zuhauf.

Duplikate und Beinahe-Duplikate

Mehrere URLs zeigen fast denselben Inhalt: Druckversionen, URLs mit Tracking-Parametern, Farbvarianten eines Produkts, Standortseiten, bei denen nur der Städtename ausgetauscht ist. Google indexiert eine davon und lässt die anderen weg.

Schwache interne Signale

Eine Seite, die nur von tief in der Website verlinkt ist, wirkt unwichtig. Wenn Ihre eigene Website nicht auf sie verweist, gibt Google ihr wenig Gewicht.

Qualität der gesamten Website

Ist ein großer Teil einer Website dünn oder repetitiv, wird Google bei der ganzen Website wählerischer. Neue Seiten haben es dann schwer, in den Index zu kommen, selbst wenn sie für sich genommen in Ordnung sind.

URLs, die nie indexiert werden sollten

Feed-URLs, interne Suchergebnisse, Sortier- und Filterparameter, Anhangseiten. Diese tauchen oft in diesem Bericht auf und müssen meist gar nicht behoben werden.

Sehr neue Seiten

Auf einer neuen Website stehen viele Seiten eine Weile in diesem Status, bevor Google sich festlegt. Ist die Website erst ein paar Wochen alt, geben Sie ihr etwas Zeit und bauen Sie in der Zwischenzeit Links auf.

So analysieren Sie Ihre Seiten

  1. Öffnen Sie den Bericht und exportieren Sie die Liste. Gehen Sie in der Search Console zu „Indexierung“ und dann „Seiten“, und klicken Sie auf „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“.
  2. Suchen Sie nach Mustern in den URLs. Sind es /tag/-Seiten, ?sort=-Parameter, /feed/-URLs, Paginierung? Muster deuten auf Probleme mit Vorlagen oder der Einrichtung hin, nicht auf einzelne Seiten.
  3. Trennen Sie die Seiten, die Ihnen wichtig sind, von denen, die es nicht sind. Nur die erste Gruppe braucht Arbeit.
  4. Prüfen Sie einige wichtige URLs mit der URL-Prüfung (URL Inspection). Achten Sie auf das Datum des letzten Crawlings und vergleichen Sie die „vom Nutzer angegebene kanonische URL“ mit der „von Google ausgewählten kanonischen URL“. Hat Google eine andere URL gewählt, haben Sie ein Duplikatproblem.
  5. Lesen Sie die Seite mit frischem Blick. Würden Sie sich freuen, über eine Suche auf ihr zu landen? Wenn nicht, sieht Google das vermutlich genauso.

So beheben Sie das Problem

1. Machen Sie die Seite klar indexierungswürdig

Ergänzen Sie, was fehlt: eine echte Antwort, eigene Details, Beispiele, Daten, Bilder mit Kontext, einen Abschnitt, den konkurrierende Seiten nicht haben. Schreiben Sie für Produktseiten eigene Beschreibungen und ergänzen Sie technische Daten, Größenangaben, Bewertungen und FAQs. Geben Sie Kategorieseiten eine hilfreiche Einleitung und sorgen Sie dafür, dass sie genügend Artikel listen.

2. Führen Sie Duplikate zusammen

Behandeln mehrere Seiten dasselbe, fassen Sie sie zu einer starken Seite zusammen und leiten Sie die anderen per 301 weiter, oder setzen Sie auf den Varianten ein Canonical-Tag, das auf die Hauptversion zeigt. Unser Leitfaden zu noindex, robots.txt und Canonicals erklärt, wann was passt.

3. Stärken Sie die interne Verlinkung

Verlinken Sie die Seite von relevanten, viel besuchten Seiten Ihrer Website, mit aussagekräftigem Ankertext. Nehmen Sie sie in die Navigation oder in Hub-Seiten auf, wenn sie es verdient. So zeigen Sie Google, dass Ihnen die Seite wichtig ist.

4. Räumen Sie auf, was nicht indexiert werden soll

Setzen Sie dünne Tag-Seiten, interne Suchergebnisse und andere wenig wertvolle Vorlagen auf noindex, oder erzeugen Sie sie gar nicht erst. Weniger schwache URLs lassen die starken hervortreten, und es wird weniger Crawling für Seiten verbraucht, die niemand braucht.

5. Lassen Sie die verbesserte Seite erneut crawlen

Nachdem Sie eine Seite verbessert haben, muss Google die neue Version sehen. Nutzen Sie für Ihre wichtigsten URLs in der URL-Prüfung die Funktion „Indexierung beantragen“ (Request indexing), halten Sie lastmod in der Sitemap korrekt und verlinken Sie die Seite aus einem neuen Beitrag. Bei vielen Seiten auf einmal spart ein Indexierungsdienst Zeit: IndexerPal bringt Crawler zu jeder URL zurück und prüft dann in Google, ob sie indexiert wurde. Siehe So bringen Sie Google dazu, eine Seite erneut zu crawlen.

6. Bestätigen Sie die Korrektur

Klicken Sie im Bericht auf „Fehlerbehebung überprüfen“ (Validate fix), sobald Sie Änderungen vorgenommen haben. Die Überprüfung kann ein paar Wochen dauern. „Überprüfung fehlgeschlagen“ (Validation failed) bedeutet, dass einige URLs bei der erneuten Prüfung durch Google immer noch nicht indexiert waren; sehen Sie sich diese noch einmal an.

Wann Sie nichts tun müssen

Nicht jede URL in diesem Bericht ist ein Problem. Feeds, Parameter-URLs, paginierte Archive, Anhangseiten und Duplikate, die Sie bereits kanonisiert haben, dürfen dort stehen bleiben. Der Bericht zeigt, was Google ausgelassen hat, nicht, was Sie beheben müssen. Konzentrieren Sie sich auf Seiten, die Traffic bringen sollen.

Eine kurze Checkliste

  • Die Seite antwortet mit 200, hat kein noindex, und ihr Canonical zeigt auf sich selbst.
  • Sie hat einzigartigen, hilfreichen Inhalt, der besser ist als der der Konkurrenz.
  • Sie ist keine Beinahe-Kopie einer anderen Seite Ihrer Website.
  • Mindestens einige relevante interne Links zeigen auf sie.
  • Sie steht in Ihrer XML-Sitemap.
  • Nach Änderungen wurde sie erneut gecrawlt.

Häufige Fragen

Ist „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ eine Abstrafung?

Nein. Es ist die Entscheidung, eine bestimmte Seite nicht zu indexieren, meist wegen ihres Inhalts oder ihrer Wichtigkeit. Eine manuelle Abstrafung würde im Bericht „Manuelle Maßnahmen“ (Manual actions) erscheinen.

Wie lange sollte ich warten, bevor ich etwas ändere?

Bei einer Website, die erst ein paar Wochen alt ist, geben Sie ihr etwas Zeit. Steht auf einer etablierten Website eine wichtige Seite länger als zwei oder drei Wochen in diesem Status, verbessern Sie sie, statt zu warten.

Löst ein Antrag auf Indexierung das Problem?

Nur wenn die frühere Bewertung durch Google ein Ausrutscher war. Hat sich die Seite nicht verändert, trifft Google meist dieselbe Entscheidung. Verbessern Sie zuerst die Seite, dann beantragen Sie die Indexierung.

Kann ein Indexierungsdienst diese Seiten in den Index bringen?

Er kann dafür sorgen, dass sie schnell erneut gecrawlt werden, was nach einer Verbesserung nützlich ist. Kein Dienst kann Google dazu bringen, eine Seite zu behalten, die Google für wenig wertvoll hält. Deshalb ist es wichtig, danach jede URL in Google zu prüfen.

Warum landen meine neuen Blogbeiträge in diesem Status?

Oft, weil die Website viele schwache Seiten hat, die neuen Beiträge von keiner starken Seite verlinkt sind oder Themen behandeln, die auf der Website bereits an anderer Stelle abgedeckt sind. Beheben Sie die Signale auf Website-Ebene, dann kommen neue Beiträge leichter in den Index.